Gesprächsreihe „Geschichte gestalten“

„Geschichte gestalten“ bringt Fragen und Perspektiven aus der Arbeit unseres Lehrstuhls in die Öffentlichkeit der Stadt Jena. Was die Gäste eint, ist ihre leidenschaftliche Beschäftigung mit Geschichte, historischen Spuren und Dokumenten. Und die Frage, wie wir Geschichte für die Gegenwart und in Zukunft wahrnehmen, gestalten und darstellen. Auf der Suche nach Antworten bleiben wir stets konkret, sprechen über Filme und Sachbücher, Fotografien, Hörspiele und Feature, Ausstellungen und Romane, Lehr- und Materialbücher, online-Portale, Geschichtsblogs, Videospiele und Comics.

Wir laden Sie ein zu Austausch und Diskussion.
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GESCHICHTE GESTALTEN im Rückblick

Gespräch 09: Deutsch-Amerikanische Freundschaft 1934?

Filmstill aus „Germany 1934“, © Washington University Libraries in St. Louis

Als Auftakt zum Tag der Stadtgeschichte „JENA IM FILM“ am 30.11. präsentieren wir am
Montag, 18. November 2013 um 19.00 Uhr im
Kino im Schillerhof den Film

GERMANY 1934
(D 1934, s/w, engl. OT, 31 min.)
Regie: O. von Bothmer / Kamera: Erich Menzel

Achtzehn Monate nach Hitlers Machtantritt lassen sich amerikanische Akademiker von der Berliner Carl Schurz Gesellschaft durch deutsche Städte und Landschaften führen: von Hamburg und Bremen nach Ostpreußen, über Sachsen und Thüringen in den bayerischen Süden. Dabei begleitet die Kulturfilmabteilung der Ufa die Reisegruppe vier Wochen lang mit der Kamera. Was wird den Amerikanern vorgeführt? Wem begegnen sie in Jena und Weimar? Wie sehen wir heute die Filmbilder vom jungen NS-Deutschland? Wie reagiert Roosevelts Amerika auf diese Inzenierung deutsch-amerikanischer Freundschaft?

Es kommentieren und diskutieren die Historiker:
Dr. Christoph Hänel, Prof. Dr. Jörg Nagler
(Lehrstuhl für Geschichte Nordamerikas) und Dr. Rüdiger Stutz (Stadthistoriker von Jena)

Moderation
Dr. Axel Doßmann (Historisches Institut der FSU Jena)

Der Eintritt ist frei.

Unterstützt vom Bereich des Oberbürgermeisters der Stadt Jena und in Kooperation mit dem Stadthistoriker.

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Gespräch 08: Deutsch-jüdische Beziehungsgeschichten

Arnon Goldfinger und seine Mutter auf Recherche in Deutschland, © zero one film


Montag, 28. Januar 2013, 20.00 Uhr
im Kino im Schillerhof, Jena, Helmboldstraße 1

Gespräch über den Dokumentarfilm
DIE WOHNUNG
(Israel / Deutschland 2011, 97 min)
Buch und Regie: Arnon Goldfinger

2005 stirbt Gerda Tuchler, die Großmutter des Regisseurs, in Tel Aviv – sie war 1935 aus Deutschland nach Palästina geflohen. Die Familie löst ihre Wohnung auf, Arnon Goldfinger beginnt zu filmen. Dann entdeckt er Dokumente einer ungeahnten Familiengeschichte. Die Spurensuche verändert Regisseur und Filmkonzept. Wie kann man Menschen mit historischem Wissen konfrontieren, das lange verschwiegen wurde? Der international sehr erfolgreiche Film wird erstmals in Jena gezeigt.

Im Gespräch
Dr. Tobias Freimüller (FSU Jena), forscht zur Geschichte deutscher Juden nach der Shoah

Moderation
Dr. Axel Doßmann
, Historisches Institut der FSU Jena

In Kooperation mit dem Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts.

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Gespräch 07: Revision eines Kriminalfalls

Filmstill aus "Revision", © Bernd Meiners / pong film


Montag, 21. Januar 2012, 19.30 Uhr
im Jenaer „Kino im Schillerhof“

REVISION
, D 2012, 106 min.

Buch, Regie, Schnitt: Philip Scheffner
Co-Buch: Merle Kröger

Kamera: Bernd Meiners


Im Juni 1992 werden zwei Männer in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze erschossen – zwei von jährlich hunderten Toten an Europas Grenzen. Der deutsche Prozess zum Tod dieser beiden Rumänen endete mit einem Freispruch. Ein bedauerlicher Jagdunfall? Philip Scheffner unterzieht den Kriminalfall einer filmischen Revision, öffnet Raum für andere Kontexte, Stimmen, Fragen. Wo und wann beginnt diese europäische Geschichte? Was unterscheidet juristische und historische Aufklärung? Der mehrfach ausgezeichnete Film wird erstmals in Jena gezeigt.

Regisseur Philip Scheffner (Berlin)
im Gespräch mit
Dr. Axel Doßmann, Lehrstuhl für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit und
PD Dr. Jörg Ganzenmüller, Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte

In Kooperation mit dem Imre Kertész Kolleg Jena und dem Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte des Historischen Instituts der Universität Jena.

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Gespräch 02 bis 06: „Rechtsextremismus im Film“

Insbesondere dokumentarische Filme über Neonazis und rechte Gewalt haben große Debatten ausgelöst – und wurden doch oft von nur Wenigen gesehen. Welche Darstellungsformen haben Filmemacher für ihre Geschichte(n) von rechtsextremer Gewalt und Neonazis gewählt? Was macht(e) einige der Filme so umstritten? Welche historischen Einsichten bieten sie heute? Was hat die Konzepte der Filmemacher motiviert, wie reflektieren sie heute über den gesellschaftlichen Umgang mit ihren Filmen? Nach den Filmvorführungen im Jenaer „Kino im Schillerhof“ finden Gespräche mit Regisseuren und Filmkritikern statt, moderiert von Historiker Axel Doßmann.

Download des Gesamtprogramms als PDF

Eine Veranstaltung des Lehrstuhls für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit in Kooperation mit der Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen, dem Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

 

Gespräch 06: Rechtsextremismus im Film

Szene aus „Kriegerin“ © Alexander Janetzko / Ascot Elite Filmverleih

Montag, 2. Juli 2012, 20.00 Uhr im Jenaer „Kino im Schillerhof“

„Kriegerin“, D 2011, 103 min.

Buch und Regie: David Wnendt
Produktion: Sophie Stäglich

Regisseur David Wnendt erzählt mit „Kriegerin“ von einer jungen Frau in der Neonazi-Szene. Marisa (Alina Levshin) pflegt ihren Landser-Großvater, verprügelt Ausländer, trägt ein tätowiertes Hakenkreuz auf dem Dekolleté. „Verstörend realistisch“ und „beängstigend nah“, priesen Kritiker den mehrfach preisgekrönten Film. Sind Neonazis unserer Gegenwart jung, leicht erkennbar und haben einen Altnazi zum Großvater? Auf welchen Recherchen baut der Film auf? Was prägte Finanzierung, Casting, die Arbeit am Set und den Vertrieb?

Gesprächspartnerin: Sophie Stäglich, Filmproduzentin (Leipzig)

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Programm der Film- und Gesprächsreihe

Gespräch 05: Rechtsextremismus im Film

Szene aus „Beruf Neonazi“ © Winfried Bonengel

Montag, 18. Juni 2012, 20.00 Uhr im Jenaer „Kino im Schillerhof“

„Beruf Neonazi“, D 1993, 83 min.

Regie: Winfried Bonengel


Hauptdarsteller des Dokumentarfilms ist der Münchner Neonazi Bela Ewald Althans: gut aussehend, redegewandt, charismatisch. Das entspricht nicht dem Klischee und verstärkt die Angst vor der Verführungsmacht der Worte und Bilder. Filmvorführungen wurden 1993 gestört, Verbote in verschiedenen Städten durchgesetzt. Kritikern fehlte der distanzierende Off-Kommentar. Hat der Regisseur einen neonazistischen Propagandafilm gedreht? 1996 wurde Althans wegen „Verunglimpfung des Staates und Volksverhetzung“ zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Als Beweis galt auch Bonengels Filmdokument.

Einführung zum Film:
Dr. Axel Doßmann, FSU Jena
Gesprächspartner: Dietrich Kuhlbrodt, Oberstaatsanwalt a.D., Filmkritiker, Schauspieler (Hamburg)

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Programm der Film -und Gesprächsreihe

Gespräch 04: Schwerpunkt „Rechtsextremismus im Film“

Foto: Szene aus „Der Kick“ © Andres Veiel / Piffl Medien GmbH


Montag, 11. Juni 2012, 20.00 Uhr im Jenaer „Kino im Schillerhof“

„Der Kick“ (D 2006, 82 min.)
Ein Film von Andres Veiel 

Eine Montage von Zeugenaussagen, Verhörprotokollen, Gutachten, Zeitungsartikeln zum Mord an Marinus Schöberl in Potzlow (Uckermark) am 13. Juli 2002. Sämtliche Stimmen und Figuren verkörpern zwei Schauspieler: Susanne-Marie Wrage und Markus Lerch. „Der Kick“ ist aber weder Spielfilm noch Reenactment, es ist kein Dokumentarfilm im herkömmlichen Sinn und auch kein Dokumentartheater. Für sein filmisches Lehrstück über Gewalt, über Erfahrungen, Haltungen und Motive der Täter und ihr familiäres und gesellschaftliches Umfeld fand der Regisseur eine ganz eigene Darstellungsform. Andres Veiel: „Es geht darum, über das Entsetzen hinaus Fragen zuzulassen, Brüche auszuhalten und einen Bruchteil zu verstehen.“

Gesprächspartner: Andres Veiel, Regisseur, Psychologe, Autor (Berlin)

Programm der Film -und Gesprächsreihe

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Gespräch 03: Schwerpunkt „Rechtsextremismus im Film“

Foto: Szene aus „Stau – Jetzt geht´s los“ © Thomas Heise / Piffl Medien GmbH


Montag, 4. Juni 2012, 20.00 Uhr im Jenaer „Kino im Schillerhof“

„Stau – Jetzt geht´s los“, D 1992, 85 min.

Buch und Regie: Thomas Heise

Angesichts oft vereinfachender Berichterstattung über Skinheads und gewalttätige Jugend wollte Thomas Heise Anfang der 1990er Jahre mehr wissen über diese Heranwachsenden mit kurzen Haaren. Fünf, im Selbstverständnis „rechte“ Jugendliche haben ihn und sein Filmteam akzeptieren gelernt, bei Dreharbeiten in Halle-Neustadt, Weimar-Buchenwald, am Kyffhäuser. Sie stellten sich für die Kamera dar, reden, machen Gesten, schweigen. Im Jahr 1992, nach den pogromartigen Angriffen auf Ausländer und Asylsuchende in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen, verunsicherte der Film, löste Abwehr aus. Antifaschisten reagierten mit Flugblättern, Stinkbomben und Steinen. Verharmlost der preisgekrönte Film? Was macht Thomas Heise mit dem Film sichtbar? Sind die Probleme heute längst Geschichte?

Gesprächspartner: Thomas Heise
, Regisseur und Professor für Film an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

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Programm der Film -und Gesprächsreihe

Gespräch 02: Schwerpunkt „Rechtsextremismus im Film“

Szene aus "Unsere Kinder" / © Progress Filmverleih


Montag, 21. Mai 2012, 19.30 Uhr im Jenaer „Kino im Schillerhof“

Jugendwerkhof“ (1982) und „Unsere Kinder“ (1989): zwei Dokumentarfilme von Roland Steiner


„Jugendwerkhof“ ist ein kurzer Dokumentarfilm über Erziehungsmethoden im Jugendwerkhof Hummelshain. Er wurde nach einmaliger Vorführung von der SED-Führung verboten. Regisseur Roland Steiner ließ sich jedoch nicht abbringen, unangepasste Jugendliche in der DDR zu befragen. Seit 1986 recherchierte der DEFA-Dokumentarfilmer zu Punks, Grufties und auch Neonazis in der DDR. Sogar bei Strafprozessen gegen Neonazis durfte er filmen, die DDR-Justiz hatte sie als „Rowdies“ angeklagt. Was machte die jungen Männer zu rechten Skinheads? Was wollten sie ausdrücken, wogegen lehnten sie sich auf? Woher kam ihre brutale Gewalt gegen Ausländer und Andersdenkende? Auch Christa Wolf und Stefan Heym geben im Film Antworten.

Gesprächspartner: Roland Steiner, Regisseur (Hannover)

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Programm der Film -und Gesprächsreihe

Gespräch 01: VON BUCHENWALD (,) NACH EUROPA

Über das Buch
„Von Buchenwald (,) nach Europa. Gespräche über Europa mit ehemaligen Buchenwald-Häftlingen in Frankreich“

von Ronald Hirte, Hannah Röttele und Fritz von Klinggräff

Donnerstag, 26. April 2012, 20.15 in der Thalia-Buchhandlung Jena

Im Konzentrationslager Buchenwald waren Menschen aus fast allen europäischen Nationen inhaftiert. In dieser Zwangsgemeinschaft war Nationen-übergreifende Solidarität eher selten. Dennoch hatten viele Inhaftierte Ideen davon, was Europa ist und wie es mal aussehen könnte. Was ist davon Illusion geworden, was bleibt visionär, was sagt es uns heute? Antworten sucht und gibt das Buch „Von Buchenwald (,) nach Europa".

Es lesen und diskutieren die Autoren
Ronald Hirte, Historiker, Archäologe, Pädagoge
Hannah Röttele, Kulturwissenschaftlerin und Pädagogin (beide Gedenkstätte Buchenwald)

In Kooperation mit der Weimarer Verlagsgesellschaft Ltd.
Eintritt frei.

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